Kulturanleitung für die Gattung Phragmipedium
 Heimat:
Südamerika: Bolivien, Peru, Panama, Brasilien (20 Arten)

Temperaturbereich/Klima:
Die Arten fühlen sich im temperierten Temperaturbereich wohl:
Sommer: Tag: 19 - 23 °C; Nachts: 16 - 18 °C
Winter: Tag: 18 - 20 °C; Nachts: 16 - 14 °C

Luftfeuchtigkeit:
60 - 90 % (+ viel Frischluft)

Gießen:
Phragmipedium lieben es feucht, da sie an Ihren Naturstandorten in der Nähe von Bächen und Flussläufen siedeln.
Was den Tod jeder anderen Orchideengattung bedeuten würde, doch die kleineren Phragmipedium-Arten fühlen sich wohl, wenn sie gerade im Sommer in einem mit ein wenig Wasser gefüllten Untersetzer stehen. Dieser sollte einmal in der Woche für zwei Tage austrocknen, damit sich Bakterien nicht verbreiten können. Bei niedrigen Temperaturen muss natürlich weniger gegossen werden als bei hohen. Das Substrat darf aber nie völlig austrocknen. Im Sommer darf also 2-3 mal in der Woche gegossen werden.
In den Blattachseln verursacht stehengebliebenes Wasser schnell Fäulnis, ein Küchentuch sorgt hier für Abhilfe.
Das verwendete Wasser darf nicht zu viel gelöste Salze enthalten. Die Leitfähigkeit sollte nicht über 200 µS/cm (möglichst darunter) liegen.

Düngen:
Die Arten müssen während des Wachstums alle 14 Tagen gedüngt werden. Der Dünger sollte doppelt verdünnt verabreicht werden. Auch mit Dünger sollte die Leitfähigkeit nicht über 200 µS/cm liegen.

Ruhezeit:
keine-

Licht:
Benötigt wird ein heller, aber keinesfalls sonniger Platz. Im Winter darf das Licht ungebremst auf die Orchidee fallen.

Blütezeit:
Die Hauptblütezeit ist das Frühjahr und dauert bis zum Sommer. Mehrere Blüten erscheinen an einem langen Stiel und öffnen sich nach und nach. Auf diese Weise können die Pflanzen über Monate hinweg blühen.

 Umtopfen:
Aufgrund der benötigten hohen Feuchte im Substrat, zersetzt sich dieses schneller als bei anderen Orchideen.
Deshalb sollte man es gut beobachten und frühzeitig (jährlich) umtopfen. Ein strukturstabiles Rindensubstrat ist hier von Vorteil. Auch Stein wolle ist gut geeignet, da diese sich nicht zersetzt. Achtung: Bei der Verwendung grösserer Mengen Stein wolle sollten Handschuhe und ein Mundschutz getragen werden. Grosse Töpfe sorgen dafür, das die Orchidee nicht zu schnell austrocknet. Möglich ist auch die Kultur in reinem Sphagnum. Eine Gabe von Kalk in fester Form ist nicht erforderlich.

Ist ein Sommeraufenthalt im Freien möglich ?:
nein

Kann man Phragmipedium auch auf der Fensterbank pflegen ?
Die Pflege von Phragmipedium-Arten bedarf einiger Erfahrung im Umgang mit Orchideen. Die meisten Arten sind für die Fensterbank nicht geeignet, allerdings muss man auf diese faszinierende Orchidee auf der Fensterbank nicht ganz verzichten. Besonders einige Hybriden wachsen hier sehr gut und blühen auch regelmässig. Trockene Wohnräume sind jedoch für diese Gattung nicht geeignet.

Besonderheiten:
Die meisten Arten dieser Gattung wachsen terrestrisch oder lithophytisch. Erst 1981 wurde P. besseae entdeckt, die das Farbspektrum dieser Gattung um rote Töne erweitert hat. Bei der Anschaffung sollte man beachten, das viele Arten und Kreuzungen sehr gross werden können.

Für die Gattungen besonders relevante Schädlinge/Krankheiten:
Zu niedrige Luftfeuchtigkeit führt schnell zu Blattverlusten, zu wenig Frischluft zu Pilzen auf den Blättern. Enthält das Gießwasser zu viel Salze, werden die Wurzeln geschädigt, was zum Verlust der Pflanze führt.

Hinweise zu bestimmten Arten:
Phragmipedium besseae; Peru, Ecuador
Temperaturbereich: Die Art kann im temperierten und kühlen Haus gehalten werden.
Lichtbedarf: Hell, ohne direkte Sonne
Luftfeuchtigkeit/Frischluftbedarf: Die Art ist nicht für trockene Wohnzimmer, die Luftfeuchtigkeit sollte immer zwischen 60-80 % liegen.
Gießen: Die Qualität des Gießwasser ist eine der wichtigsten Schlüssel für eine erfolgreiche Pflege: Es muss unbedingt sauber, salzarm und leicht sauer sein (pH 5,5-6). Geeignet ist Wasser aus einer Ionentauscheranlage, Umkehrosmose Anlage(mit Leitungswasser verschneiden) oder Regenwasser. Der Topf darf nie austrocknen. Im Sommer darf sogar etwas Wasser im Übertopf oder in einem Untersetzer stehen bleiben. Dieser sollte aber von Zeit zu Zeit austrocknen oder es muss ausgetauscht werden. Neutriebe dürfen längere Zeit weder mit Giess- noch mit Sprühwasser in Kontakt kommen, da sie leicht wegfaulen.

Düngen: Im Sommer alle 14 Tage, im Winter monatlich
Umtopfen/Substrat/Unterlage: Das verwendete Substrat solle strukturstabil und wasserhaltend sein. Es muss jedes Jahr umgetopft werden um Salzablagerungen von den Wurzeln fern zu halten.
Sonderform der Kultur: Die Art kann sehr gut auch in reinem Moos gehalten werden. Gerade bei Pflanzen mit geschädigten Wurzeln ist dies ein guter Weg, die Pflanze zu retten.
Besonderheiten: Eine der letzten wirklich grossen Entdeckungen aus dem Reich der Orchideen: erst 1981 wurden die leuchtend roten Blüten vom Hubschrauber aus entdeckt. Sie gaben der Orchideenzucht im Bereich der Gattung Phragmipedium völlig neue Impulse, denn nun war die Farbe rot verfügbar. Aber auch eine gelbe und orange Vartität gibt es. Leider ist die Art etwas anfällig gegen Pilze und Bakterien. Eine vorsorgende Behandlung mit Zimt verhindert dies wirkungsvoll.
Bemerkungen: Je kühler die Pflanzen gehalten werden, dest dunkler wird die Farbe der Blüte.

 Hauptblütezeit: Ganzjährig
Platzbedarf: sehr hoher Platzbedarf (>40 cm Höhe).

Phragmipedium pearcei
Synonyme: Cypripedium caricinum, Selenipedium pearcei
Herkunft/Verbreitungsgebiet: Ecuador, Peru
Temperaturbereich: Warm-temperiert, ganzjährig nicht unter 20 °C pflegen.
Lichtbedarf: Hell, ohne direkte Sonne
Luftfeuchtigkeit/Frischluftbedarf: Eine hohe Luftfeuchte ist für eine erfolgreiche Kultur unerlässlich.
Gießen: Jeden Tag (einmal auslassen schadet nicht) mit fast ganz entsalztem Wasser (20 ms) kräftig am Vormittag durch das lockere Substrat durchgießen.
Düngen: Einmal die Woche Düngerwasser mit 100ms verwenden. Sehr salzempfindlich !!!
Umtopfen/Substrat/Unterlage: Einmal im Jahr umtopfen.
Hauptblütezeit: Ganzjährig
Platzbedarf: Groß (ca. 20-30 cm Höhe)
Beschreibung des Naturstandortes: Die Pflanzen wachsen am Rand von Flüsse und Wasserfälle, wo sie ständig bespritzt werden oder beim starken Regen unter Wasser gesetzt werden. Der Regen fällt dort kontinuierlich, aber nicht sehr heftig, die Pflanzen bleiben dort stetig feucht.

Übermittelt von Dr. Lamboj

Home zur Beitraginfoseite