Erfahrung mit der Pferdemistkultur !
Wolfgang Höldrich

 Beim Clubtreffen im Okt. 2003 kam das Gespräch unter Clubkollegen auch auf den Artikel vom Frühjahr 2003 über die Pferdemistkultur. Einer der Kollegen hatte sie schon ausprobiert und war begeistert. Da bei mir einige Jungpflanzen auf das Umsetzen warteten und ich bezüglich Neuerungen sehr aufgeschlossen bin, beschloss ich diese Kultur auch zu probieren.

Aus dem nahegelegenen Reitstall holte ich mir den frischen Pferdemist und setzte die gesund aussehenden Pflänzchen ( Catt-Hybriden, Paph-Hybriden, Onc. und Masdevallien) in ein Gemisch von Mist und gehächselter Pinienrinde ( ca. 10% ) ein. Blattgrößen von 1 cm bis 8 cm, Wurzellänge der Pflanzengröße entsprechend.
Einen unangenehmen Geruch gab es nicht und auch sonst gab es keine Probleme. Nach wenigen Tagen zeigten sich die ersten unangenehmen Nebenerscheinungen:
viele kleine Mücken schwirrten um die Misttöpfe und das unten austretende Gießwasser war dunkelbraun und von leicht unangenehmen Geruch.
Im Lauf der Zeit verschwand zwar der Geruch, aber die Farbe blieb noch lange braun. Die kleinen Mücken vermehrten sich und  wurden mit Insektenspray regelmäßig dezimiert.
Das angekündigte überdurchschnittliche Wachstum zeigte sich in den folgenden Monaten leider nicht, doch es ging auch kein Pflänzchen ein. Eine Reaktion zeigten die Masdevallien, denn bei denen wurden viele Blätter gelb. Allerdings wuchsen auch neue Blätter und bei Masd. coccinea zeigten sich Blüten, die auf langen dünnen Stielen wuchsen. Bei Masd. caloptera zeigte sich keine nennenswerte Reaktion.

Als sich nach einiger Zeit bei den anderen überhaupt kein Wachstum einstellte, begann ich (obwohl angeblich nicht notwendig!) zu düngen. Auch dann gab es keinen sichtbaren Wachstumsschub. Nachdem sich bis im März 2004, außer bei der fast üppig wachsenden Masd. coccinea, kein erwähnenswerter Erfolg einstellte beschloss ich die Pflänzchen, außer den Masdevallien, wieder in das übliche Substrat einzusetzen und erlebte einige Überraschungen: obwohl die Blätter schön grün waren, waren die Wurzeln sehr unterschiedlich. Manche Pflänzchen hatten gesunde Wurzeln (noch immer!) und bei einigen Pflanzen waren die Wurzeln aufgeweicht und degeneriert. Bei manchen Pflanzen hatten sich gesunde Wurzelspitzen gebildet, aber es konnte keine Zuordnung der Ergebnisse zu einer Gattung festgestellt werden, denn bei allen Arten gab es Plus und Minus. Der Pferdemistgatsch beim Umsetzen ist vielleicht auch nicht jedermanns Sache.

Auf Grund meiner nicht allzu langen Beobachtungen möchte ich nun feststellen, dass die Pferdemistkultur  möglicherweise einer Pflanze gut tut, einer anderen nicht.

Wenn man das braune Gießabwasser toleriert und auch die kleinen Fliegen, kann möglicherweise bei einer nicht mehr ganz so jungen Pflanze diese Kultur Erfolg versprechen.

Etwas mehr Erfahrungswerte wären hier notwendig und Meldungen von den Clubkollegen wären erfreulich.

W.H.

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