Orchideen – Exotik auf der Fensterbank

lautete der Titel einer dreiteiligen Vortragsserie, die ich auf Einladung der Volkshochschule Wien-Hietzing November und Dezember 1999 halten konnte.

Dieser Beitrag stellt eine zusammengefaßte und überarbeitete Version der in diesen Vorträgen vorgestellten Informationen vor – vielleicht sind Themen enthalten, die auch hartgesottene OrchideenliebhaberInnen noch nicht kennen....

Grundthema der Vorträge waren natürlich die Beziehungen der (heutigen) Menschen zu Orchideen, wobei ich die Vertiefung der allgemeinen Thematik in folgende Abschnitte aufteilte -

Der hier vorgestellte Beitrag ist eine überarbeitete Fassung des ersten Abends und befaßt sich mit dem Thema "Beziehungen der Menschen zu Orchideen – historisch gesehen". Viel Vergnügen – M. Schmucker


Zum Anfang

Heute sind Orchideen problemlos und preiswert erwerbbare Zierpflanzen, die in jedem Gartenmarkt, gelegentlich sogar als Sonderangebot in Supermärkten zu finden sind.

Das war natürlich nicht immer so – und diese kleine Übersicht versucht, Ihnen die verschiedenen Rollen, die die Orchideen im Leben der Menschen spielten, ein wenig näherzubringen.

Die Beziehungen der Menschen zu den Orchideen können vor allen in zwei Kategorien gesehen werden -

wobei bei der Mehrzahl der Menschen in vor-industriellen Zeitaltern sicherlich der praktische Zugang im Vordergrund stand, kann sich doch die ästhetische Wertschätzung erst auf einer gesichterten materiellen Grundlage entwickeln.

Für ungeduldige LeserInnen eine Inhaltsübersicht –


Nützliche Orchideen

Tropische, epiphytische Orchideen kamen vereinzelt als Kuriosität in der Folge der Entdeckung der Seewege nach Amerika und Asien nach Europa.

Erst seit dem 18. Jahrhundert wurden sie bewußt importiert, gepflegt und vermehrt, ein Prozeß, an dessen Ende das steht, was wir heute mit dem Begriff "Orchidee" verbinden und als schöne und interessante Zierpflanze halten.

In allen Weltgegenden, in denen Orchideen vorkommen, wurden sie jedoch seit prähistorischen Zeiten wie andere Pflanzen auch vor allem nach ihrer Nützlichkeit im täglichen Leben und nur teilweise nach ihrer Ästhetik beurteilt.


Tlilxochitl in einer mexicanischen Chronik aus spanischer Kolonialära

Nahrungs- und Genußmittel:

Arten der Gattung Vanilla wurden schon in präkolumbianischer Zeit von den Azteken in Mexico verwendet, um das Getränk chololatl (aus Kakaobohen zurbereitet und Ursprung des Trinkkakaos) zu würzen. Die kultivierte Art wurde tlilxochitl = schwarze Blume genannt.

Eine weitere Orchideenart, Oncidium cebolleta wurde als Zutat bei der Zubereitung des heiligen Peyote-Pilzes für religiöse Zeremonien verwendet.

Schriftliche Hinweise dazu werden dem mexicanischen König Itzcoatl (1427-1440) und Martin de la Cruz im Badiano Codex 1552 zugeschrieben.

Aus einer Laelien-Art wurde (wird ?) ein Klebstoff gewonnen, der von mexicanischen Zuckerbäckern verwendet wurde/wird, um diverse kunstvolle Konfektkreationen haltbarer zu machen. Die Abbildung zeigt eine dieser Konditorwaren – einen kleinen Totenkopf, wie er vor allem rund um Allerheiligen gerne gekauft und auch gegessen wird.

Salep (eine Zubereitung aus zermahlenen Wurzelknollen von Orchis, Dactylorhiza, Ophrys... und anderen temperierten Erdorchideen) wird seit langem im Mittelmeerraum, dann auch in England und Europa als Nahrungsmittel verwendet. Dazu ein Bericht aus 1827, wo "1 Becher Salep um 3 ½ p + ½ p für ein Butterbrot dazu als ideales Frühstück für einen Rauchfangkehrer" beschrieben wird.

Kaum vorstellbar, daß dieses Getränk tagtäglich in Kaffehäusern angeboten wurde und trotzdem Orchis mascula und O. morio in England im Mai "überall zu finden" war.

Ob in der Türkei auch heute noch Salep verwendet wird, kann ich nicht sagen, bis vor wenigen Jahren waren immer wieder Berichte über den Zusatz von Salep zu Eiskreme zu finden; die zerstoßenen Wurzelknollen verleihen in eher warmen Klima der Türkei der Eiskreme Konsistenz, damit sie nicht zerfließt.
Speiseeis wird dadurch so fest, daß man es mit Messer und Gabel essen kann.
Mehr zu Salep ist hier zu finden.

So gut wie alle terrestrischen Orchideen mit Speicherknollen und viele der tropischen Arten mit Pseudobulben und ausgeprägten Blättern - etwa Eulophia, Spathoglottis, Coelogyne,... wurden vor allem im asiatischen Bereich als Gemüse verwendet.

In einer e-mail an OLD schilderte Oliver Sparrow (GB), wie er im Verlauf einer ausgedehnten Trekkingtour in Ostnepal verwundert und erschüttert war, als der Koch des abends in den Wald ging und einen Korb voll Orchideen für die Zubereitung des Nachtmahls als Gemüse pflückte...

Und im Mai 1999 mußte ich ebenfalls in Nepal drei Frauen zusehen, die mit Buckelkörben - gehäuft voll mit Coelogynen und Cymbidien - heimwärts strebten, um mit dem "Grünzeug" ihr Vieh zu füttern.

Fasern :

Die Fasern im Inneren der langbulbigen Dendrobium-Arten werden im indonesisch/philippinischen Raum seit jeher für Schnüre und Flechtwaren verwendet.

Klebstoff :

Hier fand ich Verweise auf die Verwendung von Bletilla, Catasetum, Cyrtopodium (für Schuster), Ansellia (für Pfeilspitzen) als Ausgangsmaterial für diverse Klebstoffe.
Für Mexico, wo die spanischen Quellen bis zur Konquista zurückreichen gibt es ausführliche Beschreibungen zur Gewinnung von Klebstoffen aus einer Tacuhtli genannten Pflanze, die vermutlich eine Laelien-Art war.
Mit diesen Klebstoffen wurden die kostbaren Federkunstwerke geschaffen, von denen einige wenige noch erhalten sind. Das Bild zeigt die Zubereitung des Klebstoffes; im Vordergrund die vorbereiteten Pflanzen.

Medizin :

Cyp calceolus, Cyp. guttatum wurden in Europa gegen Epilepsie, Epipactis helleborine gegen Kropf, Neottia nidus-avis gegen Würmer angewendet; die Anwendungen in der afrikanischen, asiatischen und amerikanischen Volksmedizin sind bis heute unübersehbar. In einigen Landschaften Afrikas und Asiens ist die Übersammlung von Orchideen (und auch Sukkulenten) für die Zwecke der Volksmedizin bereits ein an die Ausrottung grenzender Vorgang ! (siehe Billensteiner - Orchideenkurier 5/98)

Andere Verwendungen:

In Mexico wurden die hohlen Bulben von Schomburgkia tibicinis als Pfeifen und Schomburgkia thomsoniana als Trompeten verwendet.
In dem alten Stich, der hier dargestellt ist, sieht man, wie ein Knabe die Bulben aufsammelt, während der andere bereits aus einer Trompete spielt.


Cym-Hybride "Goldenelf"

Der ästhetische Zugang

Die botanische und ästhetische Erkennung und Bearbeitung der Orchideen hat eine lange und wechselvolle Geschichte, die nach den vorhandenen schriftlichen Quellen im kaiserlichen China beginnt...

Das Zeichen LAN bedeutete ursprünglich "duftende Pflanze", im besonderen eine "duftende Orchidee".

Die ersten nachweisbaren schriftlichen Bezüge auf Orchideen (und im tropischen und subtropischen Teil Chinas wachsen oder wuchsen viele Orchideen) finden sich etwa 500 Jahre vor unserer Zeitrechnung in den Klagelieder des Herrn Wat Yuen; in diesen Klageliedern denkt er daran größere Flächen mit duftenden Orchideen zu bepflanzen, um dadurch seine Melancholie zu mindern.

Cymbidium kanran

Um das Jahr 206 vor der Zeitrechnung wird eine "Materia Media" – ein Medizinbuch - veröffentlicht, in dem medizinischer Anwendungen von Pflanzen beschrieben werden, die Orchideen sein könnten.

265 wird eine "Flora der Südlichen Regionen" von einem Hr. Tsui veröffentlicht. In der klassischen, konfuzianisch ausgerichteten Epoche Chinas wurden die Pflanzen – vor allem einheimische Cymbidium-Arten - als ästhetisch ansprechende Dekoration, wie etwa auch Bonsais, gehalten – 22 Arten werden in diesem Buch beschrieben.

In der SUNG Dynastie - 1128-1283 – wird Tsui Tze Kang (Die Orchideenkultur in Kum Cheong) und Wong Kwai Hok (Die Orchideen-Kultur des Hr. Wong) veröffentlicht.

Es sind dies Kulturanleitungen, die teilweise recht modern anmuten - es wird diskutiert, wie die Orchideen aufzustellen und zu pflegen seien, Substratmischungen, Dünger und Wasserqualität werden besprochen; der Begriff LAN wird ernsthafte Bezeichnung für Cymbidium

1233 erscheint Ching Chang Lan-Pu – ein Traktat über Orchideen, das 22 Typen in weiß & purpur beschreibt

1247 erscheint ein Traktat von Kuei-Hsüe in Süd-Fukien mit 6 Kapiteln zu den Themen

Eingebettet in die traditionelle konfuzianische Staatsphilosophie wurden die Orchideen nach einem hierarchischen System klassifiziert und gerne mit erfolgreichen oder berühmten Menschen – etwa Kaisern, Königinnen, Kurtisanen, Generälen, Beamten,... verglichen

In der MING Dynastie - 1368-1644 wird "Lan Shih – Eine Naturgeschichte der Orchideen" veröffentlicht, die Vergleich mit kaiserlichen Hierarchien versucht.

Eine systematisch-botanische Bearbeitung nach westlichen Gesichtspunkten wurde erst nach 1950 – vor allem nach Schlechters Systematik – in Angriff genommen.

Bilder chinesischer
Cymbidien
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Historisches - Europa und Kolonien

Die Beziehungen – bis hin zur Namensgebung dieser Pflanzenfamilie gehen bis in die Spätzeit des klassischen Griechenlandes zurück, als der Arzt und Naturforscher Theophrastus (370-285 vZ in Kleinasien) Orchis in seiner Übersicht der Heilpflanzen anführte.

Das Wort "Orchis" bedeutet im Griechischen "Hoden", was von den zumeist paarweise gebildeten Wurzelknollen dieser terrestrischen Orchideen abgeleitet wurde.

Weitere Beschreibungen finden sich bei Plinius (24-79) und Dioscorides (ca 77).

Codex Neapolitanus

Die damaligen medizinischen Vorstellungen waren noch stark von Analogie und Magie durchsetzt – so glaubte man etwa, daß bei der Anwendung der Wurzelknollen von Orchideen die größere der beiden Knollen die Zeugung von Knaben, die kleiner die von Mädchen bewirken würde.

Vorstellungen, die sich weit über das Mittelalter hin halten sollten.

Weitere schriftliche und bildliche Belege zu heimischen europäischen Orchideen finden sich unter anderem in -

Mit der Entdeckung des amerikanischen Kontinents durch Christoph Kolumbus (1492), der eigentlich einen neuen Seeweg nach Japan finden wollte, der nicht unter der Herrschaft der portugiesieschen Seemacht stand, begann der Paradigmenwechsel vom Mittelalter in die Renaissance.

Das löste einen Umbruch aus, der nicht nur das soziale und politische Gefüge in Europa veränderte, sondern auch den Wissenschaften neue Antriebe verlieh.

In diversen botanischen Abhandlungen tauchen die ersten Abbildungen tropischer Orchideen auf, wie etwa Stanhopea hernandezii.

Stanhopea hernandezii

Im 16 Jhdt beginnet die Vorstellung, daß die Welt, in der wir leben ein gottgeschaffenes, unveränderliches Kontinuum sei, aufzubrechen und die ersten systematischen Einteilungen in Nutz- und Zierpflanzen werden sichtbar; im deutschen Sprachraum sind zu dieser Zeit etwa 30 botanische Schriften nachweisbar, etwa das Contrafeyt Kräuterbuch von Hans Weiditz – veröffentlicht 1532.

Ein Herr Brunfels berichtet zu dieser Zeit, wie er Aloen über den Winter bringt – Pflanzen, "die man in Scherben (Töpfen) ziehet und zum Verwundern auf die Fensterbank stellt..."

1552 wird ein "Aztekisches Kräuterbuch", das "Bodianus Manuscript" veröffentlicht, in dem Vanilla beschrieben wird

1560 baut Herzog Christof v. Württemberg in Stuttgart das erste Pomerantzenhaus mit handgeblasenen Butzenscheiben und einem Kachelofen.

Die erste dokumentierte Orangerie, die damals natürlich noch nicht so hieß, zeigt die Leidenschaft für Zitrusbäume als Ziergehölz.

Die Lösung der technischen Probleme bei der Überwinterung frostempfindlicher Pflanzen durch verglaste Gewächshäuser sind allerdings keine Erfindung der Renaissance, denn schon von einem römischen Kaiser wird bnerichtet, daß es in seinen Gärten verglaste Pflanzbeete gab, in denen seine Gärtner auch in der kalten Jahreszeit Gurken und andere Delikatessen heranzogen.

in der Literatur Europas sind zu dieser Zeit 13 Orchideen-Arten belegt. Trotz aller Fortschritte auf vielen wissenschaftlichen Gebieten (auch der Botanik) werden jedoch die Schriften der griechischen Klassiker (Medizin und Biologie) weiterhin tradiert und nicht in Frage gestellt.

Ein interessantes Beispiel zu dieser Geisteshaltung ist die These, daß Bienen und Wespen nach Angaben der antiken Autoren Plinius und Vergil aus den Kadavern von Stieren und anderen Weidetieren entstünden; dazu gibt es auch im Buch der Richter (Altes Testament) eine Stelle, die einen Bienenschwarm aus einem toten Löwen entweichend beschreibt...

Durch logischen Schluß – die Blüten der europäischen Ophrys-Arten sehen ja Insekten sehr ähnlich – wurde nun vermutet, daß Insekten direkt oder indirekt aus Weidetieren entstünden, d.h. die Pflanzen und ihre Blüten entstehen aus dem auf der Weide verspritzten Sperma der Stiere und Schafe...

Ein überlieferter Versuch, diese Theorie durch Beobachtung zu entkräften wurde damals mit dem Hinweis auf das Buch der Richter abgeschmettert.

Queek-Konst

Die Niederlande waren offenbar schon damals eine gärtnerisch interessante Gegend, wie der Stich zur Gartenkunst zeigt, der ein verglastes Treibhaus mit einer kanalisierten Warmluftheizung zeigt.

Alvin Samedo - Jesuit in Japan - beschreibt 1613 Den. moniliforme

Der Schweizer Casper Bauhin beschreibt 1623 an die 6.000 Pflanzen und entwickelt erste taxonomische Konzepte, die als Gattung und Art aufgefaßt werden können

John Parkinson gibt in seinem "Theatrum Botanicum" 1640 Hinweise auf Cypripedium calceolus und C. acaule, das offenbar aus den nordamerikanischen Kolonien eingeführt worden war

1698 blüht Brassavola nodosa in den Niederlanden; die Pflanze war damals natürlich nicht unter diesem Namen bekannt, sondern nur beschrieben, unter anderem, daß sie von der Insel Curaçao stammte

1703 verfaßt der Niederländer Draakensteen die botanische Schrift Hortus Indicus Malabaricus, die die Flora der indonesischen Kolonien zum Thema hat und u.a. 6 lokale epiphytische Orchideen darstellt

1710 entstehen die ersten Gewächshäuser als Holz-Glas-Bau mit Tafelglas


Das Zeitalter der Aufklärung

Das Zeitalter der Aufklärung mit neuen ökonomischen und politischen Strukturen macht aus der Gärtnerei die Gartenkunst, die für alle, die sich das leisten können, zum Medium der Selbststilisierung wird – dies wird in den kommenden 200 Jahren noch Triumphe feiern.

Diese neue Sicht der Gärtnerkunst fördert natürlich auch die wissenschaftliche Betrachtung der Botanik und so beginnen die ersten umfassenden systematischen Untersuchungen botanischer Art durch Linné et al

1716 wird die erste Warmwasserheizung eines Gewächshauses in England mit handgeschmiedeten Rohren errichtet

1731 erscheint ein Bericht über eine epiphytische Orchidee, die von den Bahamas nach England gelangt – Bletia vericunda. Ein Herbarexemplar war nicht ganz ausgetrocknet, die Bulbillen erweckten die Neugier des Empfängers, der sie in einem Mulchbeet ausgepflanzt; im nächsten Frühjahr blühte sie.

sehr frühe spanische Darstellung
von Vanilla in einem Holzschnitt

1739 werden fehlschlagende Kultivationsexperimente mit Rückschnitten von Vanilla in englischen Gewächshäusern vorgenommen, erste verschwommene Bemerkungen zu versuchter Samenvermehrung tauchen auf

1749 beschreibt Linné Vanilla und reiht sie unter Orchis ein, er beschreibt aphrodisierende Wirkungen; später wird er sie in Epidendrum Vanilla umbenennen.

Carl von Linné, der sich später der Mode der Zeit folgend Carolus Linnaeus nannte, wurde 1707 als Sohn eines Pastors im schwedischen Smaland geboren. Vorerst auch zum Pastor bestimmt, studiert er trotz wirtschaftlicher Probleme in Uppsala Medizin und arbeitet nebenbei als Kurator des Botanischen Gartens der Universität.

1732 wird er zu einem Regierungsauftrag für eine botanische Studie, der Flora Lapponica berufen, ein Werk für das er uneingeschränkten Beifall erntet.

1735 erringt er einen akademischen Grad in Holland und führt seine botanische Studien weiter. Aufbauend auf viele Vorarbeiten entwickelt er das im Grunde noch heute verwendete "binomischen System" der Klassifizierung, das die Pflanzenwelt nach Form, Anzahl und Anordnung der Sexualorgane – Staubgefäße und Narben – systematisch einteilt und mit einem zweiteiligen lateinischen Namen bezeichnet. Natürlich gab es auch vor dieser Idee Beschreibungen und Klassifizierungen von Pflanzen, die in Latein abgefaßt waren. Alelrdings wurden die Pflanzen umständlich in Prosa beschrieben weshalb die Klassifizierungen für ernsthafte systematische Vergleich kaum brauchbar waren.

1741 wird Linné Professor für Medizin in Uppsala, 1742 Professor für Botanik in Uppsala. 1753 folgt die Veröffentlichung des Werkes Species Plantarum, die Vorstellung der neuen Methode der Klassifizierung der Pflanzen, der Beginn der hierarchischen Klassizifierung, wie sie heute verwendet wird

1754 beschreibt Genera Plantarum alle damals bekannten Arten der Orchideen, wobei die tropischen Epiphyten unter Epidendrum (wörtlich "auf dem Baum") subsummiert wurden.

Die Leistung Linnés liegt in erster Linie darin, daß er die existierenden botanischen vorstellungen und Systeme auf eine neue Basis stellte - die Beschreibung der Blüten und der Anordnung deren Organe (Sexualorgane) als Grundlage der Klassifizierung; damit wurde eine erste Basis für die später - vor allem durch Darwin - entwickelte Evolutionsforschung gelegt.

1759 wird in Kew, nahe bei London ein botanischer Garten, vorerst als Privatbesitz einer Adeligen gegründet

1772 erscheint in Japan ein botanisches Werk über duftende Blüten, darunter 6 Orchideen : Cym. ensifolium, Cym virescens, Sedirea japonica, Neofinetia falcata, Bletilla hyacintha, Den moniliforme. Orchideen waren in Japan, wie im kaiserlichen China ein begehrtes Objekt der Dekoration; Neofinetia falcata etwa war vor allem in der Shogunatszeit sehr begehrt und wurde von den Edelleuten sogar auf ihren Reisen mitgeführt

1768 erscheinen im Gardeners Dictionary Beschreibungen von Vanilla und Epidendren

1789 erster Import von Phaius tankervilliae nach England

1788 veröffentlicht der französische Botaniker Jussieu die erste systematische Darstellung der Orchideen als Pflanzen-Familie

Ab 1800 beginnen die gewerblichen Importe von Orchideen mit großen Problemen (so wurde etwa Phalaenopsis sanderiana von den Philippinen erst 1901 erfolgreich importiert, vorher waren alle Pflanzen während der Seereise eingegangen).

Ein Import aus der Karibik nach England dauerte etwa im Schnitt 2 Monate auf See, aus Südostasien bis zu 6 Monate !

Dabei ist hier noch gar nicht eingerechnet, wie lange die Pflanzen seit ihrer Sammlung an den Originalstandorten bis zum Exporthafen unterwegs war. Stellt man sich die unwegsamen Landschaften Südamerikas oder Asiens mit den damaligen Transportmöglichkeiten vor, so waren die Pflanzen von der Aufsammlung bis zur Ankunft bei der bestellenden Gärtnerei gut und gerne 4 bis 8 Monate mit minimaler Pflege unterwegs, wobei noch anzumerken ist, daß Trinkwasser auf den Segelschiffen immer ein knappes gut war...

Die Kultivation der Überlebenden ließ zu jener Zeit auch zu wünschen übrig. Die Orchideen wurden, vor allem in England, in stark geheizten Gewächshäusern (die damals Stove = Ofen genannt wurden) in Beeten aus Gerberlohe und Sägespänen, bei hoher Luftfeuchtigkeit kultiviert und litten unter diesen dampfbadartigen Zuständen zumeist nicht sehr lange; Nachschub kam mit den nächsten Schiffen.

Diese Kulturmethode entstand aus dem Mißverständnis, daß die ersten importierten Orchideen wahrscheinlich aus heiß-feuchten Küstengegenden stammten und zusätzlich von den Sammlern aus Ignoranz und Geheimhaltung kaum Standortverhältnisse übermittelt wurden.

Trotz all dem bricht der Orchideenwahn nun vor allem in England aus :

1812 beginnt Mr. Loddiges mit der Kultur tropischer epiphytischer Orchideen

1813 werden in Kew bereits 46 Gattungen mit 115 Arten kultiviert

Cattleya labiata in einem zeitgenössischen Stich

1817 wird ein Bericht über die Kultur tropischer Orchideen in Körben durch Mr. Joseph Banks veröffentlicht; die Erfolge nehmen zu, die meisten Pflanzen werden noch immer zu warm kultiviert

1818 blüht Cattleya labiata zum ersten mal in Europa bei William Cattley; Mr. Cattley (1788 bis 1835) war ein wohlhabender Kaufmann, der wie viele seiner Zeit tropische Pflanzen sammelte (importierte) und pflegte. Eine der vielen Lieferungen aus Brasilien Enthielt tropische Farne, Palme und Moose, wobei die Legende vermerkt, daß der Sammler die Cattleyen als Packmaterial verwendete. So nett die Anekdote mit der Verpackung auch klingt, sehr wahrscheinlich wurden die Cattleyen gezielt eingepackt und zusammen mit den Farnen und anderen Pflanzen gebündelt, um Transportschäden zu verhindern.

Wie dem auch sei – die Erstblüte der Cattleya labiata var. autumnalis, wie sie später benannt werden sollte, mit lavendelblauer, großer Blüte war die Sensation Europas.

Entdeckt, aufgesammelt und verschickt wurden die Pflanzen von William Swanson aus Brasilien. Da kein genauer Fundort angegeben war und man den Exporthafen Rio de Janeiro ans Standort annahm, blieb die Art in Folge trotz großer Aufwendungen 71 Jahre verschollen, bis die Wiederauffindung bei Pernambuco eher zufällig erfolgte.

1821 wird eine formale botanische Beschreibung durch John Lindley veröffentlicht, der eine neue Orchideengattung definierte und sie nach dem Ersthalter Cattleya nannte.

John Lindley (1799 – 1865), Sohn eines bekannten Gärtners hatte anfänglich keine besonderen Berufsaussichten, bis er 1818 Hilfsbibliothekar bei Sir Joseph Hooker, einem damals sehr bekannten Botaniker, wurde.

Sir Hooker, am Fortkommen Lindleys interessiert, vermittelte ihn an William Cattley, um dem Sammler Cattley zu helfen, eine Privatzeitschrift, in der Cattley seine Sammlungen und Neuerwerbungen beschrieb, zu betreuen.

So kam Lindley, der einer der frühen Giganten der Orchideenkunde werden sollte, zu den Orchideen und wurde ab 1821 auch massiv von Cattley unterstützt.

1822 wurde Lindley Assistant Secretary der Royal Horticultural Society, die damals schon eine beachtenswerte Größe in der botanischen Welt war und wurde durch diese Verbindungen auch mit der Überwachung der Gartenbauaktivitäten für Lord Cavendish in dessen Landsitz Chiswick betraut.

1829 erhält er eine Professur für Botanik in London

1835 veröffentlicht er das Werk Natural System of Botany, in dem er die Orchideen in 7 Tribus aufteilt.

1841 erfolgt die Gründung der Zeitschrift Gardeners Chronicle durch Lindley, Paxton u.a. Diese Zeitschrift sollte eines der hervorragenden Vehikel zur Förderung der Otrchideenkunde werden. Durch seine Beziehungen zur RHS und reiche Förderer wurde Dr. Lindley Experte Nummer eins seiner Zeit für Orchideen in England und Europa.

In dieser Position erhielt er Unmengen von neuen Pflanzen zur Bestimmung und Beschreibung zugesandt, veröffentliche viele Neubeschreibungen und grundsätzliche Untersuchungen und legte eine breite Basis für die wissenschaftliche Orchideenkunde.

Gewächshäuser füllen sich nicht von allein, schon gar nicht, wenn man Probleme mit der Kultur hat, und so waren ab etwa 1820 Scharen von Abenteurern unterwegs, die auf eigene Faust oder im Auftrag großer Gärtnereien oder Sammler die Djungelgegenden der neuen und alten Welt auf der Suche nach schönen und neuen Pflanzen waren.

Die Abbildung zeigt die Ablieferung von gesammelten Orchideen (hier angeblich Odm. crispum) durch die angeheuerten Campesinos in einem Dorf. Die teilweise noch erhaltene Korrespondenz der Sammler an ihre Auftraggeber läßt heute jedem naturschützerisch fühlenden Menschen die Haare zu Berge stehen – so wurden etwa 1865 1.000 C. labiata, 100.000 C. mendelii, 1.500 Masdevallien nach England exportiert,

1878 waren es dann insgesamt ca 2 Mio Pflanzen, 1881 sandte Roebelin 21.000 Phalaenopsis von den Philippinen nach England – das Schiff ging allerdings in einem Taifun verloren...

Die Beliebtheit der Orchideen trieb vor allem in England seltsame Blüten; in dieser Zeichnung der Lady Grey of Groby wird die oft deutlich sichtbare Insekten-mimikry von Orchideenblüten ein wenig und romantisch übertrieben.

1889 wurden 100.000 Odm. crispum aus Neu-Granada (etwa Kolumbien) exportiert, wie das geschah, muß man sich vorstellen, wenn berichtet wird, daß 10.000 Bäume für 4.000 gesammelte Odontoglossen gefällt wurden. Kein Wunder, daß diese wunderbare Art nicht lange danach an den Standorten ausgerottet war. Teilweise wurden Standorte auch mit Bedacht "leergesammelt", um einer etwaigen nachfolgenden Konkurrenz keine Chance mehr zu geben. Dieses Konkurrenzdenken war auch oft der Grund für die verschwommenen und immer wieder total erfundenen Fundorte, die dann in Folge zu Kulturproblemen in Europa führten.

Einer der Berichte schildert, daß von 20.000 versandten Oncidien letztlich in London nur noch 9 lebende Pflanzen versteigert werden konnten.

Einige Zahlen aus dem 19. Jahrhundert sollen zeigen, wie rücksichtslos die "Orchiomanie" an den Standorten wütete :

  • 1850 bietet Stevens in London an: 200 Lots südamerikaner Orchideen, gesammelt von Warscewicz, 194 lots von Linden, 232 lots aus Indien
  • 1865 - F. Sanders schreibt Arnold, 1.000 Cateleya labiata und 100.000 Cattleya mendelii zu senden. Arnold schreibt derweilen, er habe 15.000 Masdevallien aus Venezuela gesandt.
  • 1878 - W. Bull gibt bekannt, daß zwei der größten Orchideensendung angekommen seien - die Menge wird auf mehr als 2 Millionen Pflanzen geschätzt
  • 1881 - abgesehen vom Verlust der 21.000 Phalaenopsis von den Philippinen empfängt Low 1.000 Masd. maculata und Masd. wageneriana
  • 1884 - F. Sander erhält von Ericsson 3.000 Paph. curtisii
  • 1889 - ein Auktionshaus offeriert 100.000 Odm. crispum aus Kolumbien
  • 1907 - F. Sander erhält von Micholitz 8.000 Den. nobile

Wie die Pflanzen transportiert wurden, beschreibt John Gibson, ein Sammler im Auftrag des Herzogs von Devonshire, der seine Aufsammlungen nach Calcutta schichte:"Ich binde ein wenig Moos um die Wurzeln und lasse mir flache Körbe machen. In jeden Korb werden 40-50 Pflanzen gepackt, mit Moos gepolstert und so mit Zweigen gesichert, daß nichts herausfallen kann..."
Die südamerianischen Sammler, die oft weite Wege per Boot bis zur Küste zurückzulegen hatten, zimmerten oft luftige Kisten aus ästen, in deren Inneren die Orchideen möglichst luftig an Knüppel gebunden wurden.
Im Inneren der Transportkisten kamen oft ungebetene Gäste über die Ozeane, die dann vorort das Auspacken unsicher machten. Offenbar geschah das so oft, daß sogar Karikaturen über dieses Thema erscheinen

Man fragt sich, wie es den Sammlern ging, die sich monatelang durch unwegsamen Dschungel kämpften und von ihren Auftraggebern oft mehr als nachlässig behandelt wurden; die meisten Briefwechsel wurden über mangelhafte Zahlungs- oder Unterstützungsmoral geführt !
Von vielen der Abenteurer, die die Standorte plünderten wissen wir nur noch den Namen, oft nur durch die Benennung einer Art ...

Falkenberg - stirbt in Panama
Klaboch - ermordet in Mexico
Wallis - in Ecuador ermordet
Schroeder - stirbt in Sierra Leone
Arnold - verschwindet auf einer Reise den Orinoco hinaus
Deganee - erschossen in Brasilien
Brown - ermordet in Madagaskar
Hendres - ermordet in Rio Hucha
Roezl - stirbt mit 60 in Prag, ausgelaugt von seinen Sammlerjahren
reich wurde keiner, auch wenn er seine Abenteuer überlebte...

Nach der Entdeckung der Maxillaria (Lycaste) skinneri v. alba 1840 in Guatemala durch Skinner & Linden wurde diese Gattung zu einem Publikumsrenner und so wurden etwa 1895 in London 10.000 Lycasten um 2 Pfund / 100 Stk angeboten ...

Andere Gattungen waren etwas teurer – für seltene oder begehrte Arten wurden bis 1.000 Pfund / Pflanze bezahlt, Masdevallia tovarensis etwa nach der Anzahl der Blätter, wobei 1 Guinea / Blatt gefordert und bezahlt wurde.
1883 zahlte Baron Schroeder 105 Pfund an F.Sanders für eine C. labiata percivaliana, eine Aerides lawrencae kostete 210 Guineas, zwei kleine C. labiata 130 Guineas.

In der Zwischenzeit wurde auch offenbar viel in die Neugestaltung von Gewächshäusern investiert, denn 1832-34 werden geheizte Glashäuser in Nymphenburg und Hannover-Herrenhausen eingerichtet.

Das Jahr 1840 bringt einen Durchbruch beim Transport tropischer Pflanzen – die Erfindung des Wardian Case.

Dr. Ward, ein englischer Landarzt pflanzte kleine Farne in eine große Flasche und war sehr erstaunt, als sich diese eingeschlossenen Pflanzen monatelang ohne jede Pflege bester Gesundheit erfreuten.

Nach einigen Experimenten wurden nach seiner Anleitung robuste und so gut wie wasserdichte Transportkästen mit verglasten Seitenwänden und Deckel konstruiert, in denen versuchsweise kleine Bäumchen aus England nach Australien geschcikt wurden. Da die Bäumchen die fast 6 Monate dauernde Seereise ohne Probleme überstanden hatten, war eine neue Transportmethode geboren.

Lindley empfahl die Wardian Cases Lord Cavendish , dem Herzog von Devonshire. Dieser Lord Cavendish kultiviert zu jener Zeit erfolgreich Psychopsis papilio (das dürfte eher das Können seine Gärtner gewesen sein) und löste damit wird eine weitere Lawine orchideenorientierter Aktivitäten in England aus; Cavendish selbst wird bald zum größten Sammler und Kultivateur, kauft zB auf einer Auktion eine weiße philippinische Phalaenopsis um 100 Guineas, was damals sicher eine Menge Geld war.

William George Spencer Cavendish (1790 – 1858)

6. Herzog von Devonshire, studierte in Cambridge, hatte viele öffentliche Positionen inne, war jedoch durch frühe Taubheit sozial isoliert.

1826 engangiert er Joseph Paxton, einen in Kew tätigen Gärtner für seine Anlagen, 1833 begeistert sich anläßlich einer Ausstellung der RHS für Orchideen und rüstet eigene Sammler aus, die vor allem in Asien sammeln. In Folge baut er ein für damalige Zeiten riesiges Gewächshaus (100x40x18 m), für dessen Entwurf und Ausstattung auch Paxton verantwortlich zeichnet. 1838 wird er Präsident der RHS.

Nach im benannt sind u.a. Cymbidium devonianum, Dendrobium devonianum, Oncidium cavendishianum, Galeandra devoniana, u.v.a.

Joseph Paxton (1801 – 1865), der wesentlichen Abnteil am Publikumserfolg des Herzogs von Devonshire hatte, wurde in ärmlichen Verhältnissen geboren, genoß eine Ausbildung zum Gärtner in diversen Landsitzen englischer Adeliger und erhielt 1823 eine Anstellung in Wimbledon als Gärtner beim Herzog von Somerset. In diesem Jahr begannen die Arbeiten am Experimentalgarten Chiswick des Herzogs von Devonshire, der Paxton (wahrscheinlich auf Empfehlung) engagierte

In Folge war Paxton verantwortlich für die Gartenfragen des Herzogs und mehr und mehr für die wachsende Orchideensammlung, damals die größte Privatsammlung weltweit. 1841 wurde er einer der Mitbegründer des Gardeners Chronicle und verfaßte in Folge viele Beiträge

1850 beginnt Paxton nach Hinweisen von Dr. Lindley, der offenbar die vielen Stories der Sammler doch nicht so recht geglaubt hatte und vielleicht genauer recherchierte, seine Orchideen in einem temperierten, gelüfteten Haus zu kultivieren und hat durchschlagenden Erfolg, der Siegeszug der Orchideenkultur in England beginnt nach Jahren der Rückschläge.

Dr. George Gardener beklagt zu dieser Zeit, daß rings um Rio de Janeiro Kaffeeplantagen angelegt würden und damit die natürlich Lebensräume der vergeblich gesuchten C. labiata zerstört würden.


Zur Vermehrung von Orchideen

Über frühe Vermehrungsversuche und deren Erfolge ist wenig bis nichts vermerkt, feinfühlige Gärtner fanden sicher bald heraus, daß man Orchideen durch Teilung vegetativ vermehren kann.

Die Samenvermehrung, die ja auch bei anderen Pflanzen keineswegs völlig durchschaut wurde, blieb bei den Orchideen weiterhin ein Rätsel.

Immerhin publiziert 1847 William Herbert seine "Remarks on the Hybridization of Vegetable", in denen er über die gezielte Bestäubung und Zucht bei Gemüsepflanzen berichtet.

1849 tauchen erste Berichte aus Kew Gardens über die Aufzucht von Orchideen aus Samen auf – mit sehr geringe Erfolgs- und Überlebensraten, es wird allerdings in diesem Bericht keine Methodik beschrieben.

1853 ist dann das Jahr des Mr. Dominy (Obergärtner bei der Firma Veitch in London). In vielen Versuchen kreuzt er Cattleyen und Calanthen, nachdem ein befreundeter Arzt (Dr. Harris) das Thema der Samenvermehrung und der Bestäubung mit ihm diskutiert hatte.

1854 setzt eine Calanthe Samen an, die in Folge keimen und 1856 zur Erstblüte einer künstlichen Hybride – Calanthe Veitchii – kommen. Die Sensation ist perfekt, viele Botaniker sind ratlos, weil sie eine Flut von nicht bestimmbaren Hybriden auf sich zukommen sehen. Wenn die geahnt hätten, was dann 100 jahre später passierte ...

John Dominy (1816 – 1891) - nach einer Lehrzeit als Gärtner in diversen englischen Gärtnereien tätig; 1846 bei Veitch, damals eine der besten Orchideengärtnereien, wo er bis 1880 als Züchter verbleibt. Im Verlauf der 1850er Jahre experimentiert er mit Kreuzungen, vor allem von Cattleyen, und bringt auch das Kunststück zuwege, die Samen auf den Substraten der Mutterpflanzen zum Keimen zu bringen. Die Pflanzen wachsen allerdings relativ langsam, sodaß

1856 die erste künstliche Orchideen-Hybride zur Blüte kommt – eine Primärhybride von Calanthe – und wenig später als erste künstliche Hybride auch registriert wird.

Von den zuvor aufgezogenen Cattleya-Hybriden kommen viele zur Blüte, zum Teil allerdings erst Jahre nach der Calanthe.

1859 wird das "Floral Committee" der RHS in Kew gegründet – formelle Bewertungen und Auszeichnungen von blühenden Orchideen beginnen

1895 erscheint die erste Ausgabe von Sander's List of Orchid Hybrids – offenbar waren die Züchter trotz aller Probleme mit der Samenkeimung so erfolgreich, daß die formelle Aufzeichnung der Hybriden ein Anliegen geworden war.

Charles Robert Darwin 1809 – 1882

Nach einem Studium naturwissenschaftlichen Inhaltes in Cambridge ging er 1831 als unbezahlter Naturforscher an Bord der HMS Beagle, die eine Weltumrundung zu Forschungszwecken unternahm.

Die umfangreichen Aufsammlungen, die Darwin im Verlauf dieser Reise machte, sollten die Basis zu seinem Lebenswerk liefern

1838 Sekretär der Geologischen Gesellschaft

1859 erscheint seine erste große Arbeit "Über den Ursprung der Arten durch Natürliche Zuchtwahl", die fast weltweit einen jahrelang andauernden Skandal auslöst.

Was heute nur mehr schwer vorstellbar ist (außer vielleicht im amerikanischen Bibelgürtel) ist ein weltanschaulicher Konflikt, der die wissenschaftliche Gemeinschaft und noch viel mehr die religiösen Anschauungen vieler Menschen erschütterte.

Auch durchaus ernsthafte Naturforscher lebten und arbeiteten und forschten im Kontext christlicher Weltanschauungen ihrer Zeit, die den ganzen Kosmos wie im Alten Testament der Bibel beschrieben, in sieben Tagen erschaffen sahen.

Zwar waren die Berechnungen des Bishof Usher (1659) und seines Nachfolgers John Lightfoot nicht mehr ganz Stand der Dinge – Lightfoot hatte durch Bibelforschung und viele Rechnungen herausgefunden, daß der Zeitpunkt der Schöpfung unserer Welt auf den 26.Okt 4004 vZ 9:00 Uhr gefallen war.

In Konsequenz bedeutet das, daß Gott der Herr, die Welt eben vollkommen, so wie sie ist, geschaffen hat - mit allen Lebewesen, vom Mistkäfer bis zum Menschen, mit allen Fossilien, Bergen, Meeren, Wolken und was eben sonst noch Normalverbraucher und Wissenschaftler interessiert.

Und da kommt nun ein Herr Darwin daher und erklärt, "daß der Mensch mit den Affen verwandt" sei... und daß vor allen, in Konsequenz, die Welt nicht so unveränderlich sei wie sich das religiöse Fundamentalisten schon damals wünschten.

Wie dem auch sei, in der Nähe seines Hauses wuchsen viele Erdorchideen und in Fortsetzung seiner Evolutionsforschung (Darwin hätte das damals sicher nicht so bezeichnet) versuchte er, die Bestäubungsmechanismen zur Bestätigung seiner Theorien zu verwenden und veröffentlichte 1862 eine Untersuchung "über die Befruchtung der Orchideen durch Insekten ("The various contrievances by which British and Foreign Orchids are fertilized by Insects").

Darwin beschreibt darin die Bestäubungsmechanismen bei englischen Erdorchideen und unter anderem bei Catasetum zur Unterstützung seiner Theorien der natürlichen Zuchtwahl.

Die Pseudokopulation bei Orchis pyramidalis, die Pollenschleuder bei Catasetum, die Nektarbereitstellung bei Coryanthes, Angraecum sesquipedale und einiges anderes mehr finden sich in diesem detailliert beschreibenden und reich illustrierten Werk.

Er wagte sogar die vielbespöttelte Vorhersage des bestäubenden Schmetterlings von Angraecum sesquipedale, fest davon überzeugt, daß eine Blüte, die einen 1 ½ Fuß langen nektargefüllten Sporn besitzt, auch einen zugehörigen Bestäuber hat.

Was heute selbstverständlich scheint, war damals sehr umstitten, bis Jahrzehnte später die betreffende Tiger-Motte (Xanthopan morgani predicta) tatsächlich gefunden wurde.


Einige historische Persönlichkeiten der Orchideenkunde

Franz Bauer (1748 – 1840) war einer der weitgehend unbekannten Altösterreicher, die untrennbar mit der Geschte der Orchideenkultur verknüpft sind.

Geboren in der österreichischen Provinz erlernte er Zeichnen und Malen offenbar schon als Kind, da sein Vater Maler bei Fürst Liechtenstein war.

1788 tritt er eine Reise nach England an, trifft dort auf Sir Joseph Banks, den Präsidenten der RHS. Dieser ist so begeistert von den Fähigkeiten Bauers, daß er ihn auf Lebenszeit anstellt, um die Pflanzen von Kew zu zeichnen. Bauer bleibt zeit seines Lebens in England und erstellt unermüdlich Zeichnungen und Lithographien von Orchideen, anatomischen Studien und Pflanzenkrankheiten.

Zusätzlich befaßte er sich sehr früh mit den ungelösten Rätseln der Vermehrung bei Orchideen; nach ihm wurden unter anderem Coelia Baueriana, Galeandra baueri, Oncidium baueri benannt.

Heinrich Gustav Reichenbach f. (1823 – 1889)

wurde 1865 nach dem Tod Dr. Lindleys der neue "König der Orchideen". Als Sohn eines bekannten und berühmten Botanikers (daher rührt der seltsame Zusatz "f." zu seinem Namen, der filius = Sohn bedeutet) hatte er geringe Probleme mit dem Vorankommen in der botanischen Fachwelt.

Als inoffizieller Nachfolger Lindleys erhielt er so viele Neufunde zugesandt, daß er fast automatisch zur Berühmtheit werden mußte.

Es muß ein schwieriger Charakter gewesen sein, denn er brüstete sich mit den vielen Beschreibungen, die er verfaßte, wobei ein guter Teil so stromlinienförmig abgefaßt ist, daß sie auf hunderte Orchideenarten passen könnten. Nicht zuletzt die Erstellung der Gattung "Aa" wirft ein bezeichnendes Licht auf Reichenbach – die Vermutung, daß er den Namen nur erfand, damit er in jeder Liste immer an Anfang zu finden wäre, scheint recht plausibel. Eine andere Erklärung für diesen seltsamen Namen war bisher nicht zu finden und Reichenbach schwieg sich aus.

Aus Eifersucht auf die im Lauf der Jahre aufkommende botanische Expertise in England ließ er sein umfangreiches Herbar testamentarisch (in Wien) 25 Jahre unter Verschluß halten, eine schwerwiegende Entscheidung, die in folge eine fast unübersehbare Serie von Doppel- und Mehrfachbeschreibungen auslöste.

Benedict Roezl (1823 – 1885)

Ein weiterer Alt-Österreicher, erhielt er seine Ausbildung als Gärtner in diversen Anlagen des Adels in der Tschechei und Slovakei; danach arbeitete er 5 Jahre in belgischen Gärtnereien, die damals bestenfalls den britischen Gärtner in der Orchideenkultur nachstanden.

1854 reiste er im Auftrag englischer Gärtnereien nach Mexico, dann nach Cuba, Panama, Kolumbien, Bolivien, Venezuela und Peru.

Ab 1855 als Sammler für berühmte britische Importeure und Gärtnereien – er wurde nie reich durch seine Bemühungen, offenbar trieb ihn seine Abenteuerlust in die wildesten Gegenden wo er immer Aufsehen durch den eisernen Haken an seinem linken Arm erregte; er hatte die Hand durch einen Arbeitsunfall in Europa verloren.

Aus seiner Korrespondenz ist zu entnehmen, daß er zB innerhalb eines Jahres 10.000 Pflanzen aus Kolumbien, davon 3.000 Odm nach Europa sandte. 1873 ließ 100.000 Orchideen sammeln, indem er seinen Indios 10 Francs / 100 Pflanzen bot. Diese eine Sendung wurde zu Sander & Co /St. Albans gesandt.

In Prag wurde ihm am Karlsplatz eine Statue errichtet, die ihn in Reisekleidung mit einer blühenden Cattleya in der Hand zeigt.

Friedrich Martin Josef Welwitsch 1806 – 1872 geb in Maria Saal, als Sohn eines Landwirtes und Landvermessers.

Zuerst versuchte er sich an einem erfolglosen Studium der Rechte in Wien, dann sattelte er auf Medizin um und betrieb daneben botanische Studien

1836 Promotion

1839 Im Auftrag einer Würthembergischen Kommission wird er Teilnehmer einer Sammelexpedition, die die Azoren und Kapverden besuchen und botanisch bearbeiten sollte.

Die Verzögerungen beginnen bereits in Lissabon, er beginnt hier seine Sammlungstätigkeit und sollte nicht mehr nach Österreich zurückkehren

1850 königliche Expedition nach Angola

1852+ umfangreiche Studien in den wildesten Gegenden Westafrikas; nach ihm benannt - Welwitschia mirabilis

Rudolf Schlechter (1872 – 1925)

scheint der letzte der Orchideen-Botaniker gewesen zu sein, der noch den Versuch wagen konnte, das gesamte Orchideenwissen seiner Zeit neu zu ordnen und mit den letzten Erkenntnissen zu ergänzen.

Nach einer Lehre als Gärtner nahm er ab 1891 an botanischen Expeditionen nach Afrika, Sumatra, Java, Sulawesi, Borneo, Neu Guinea und Australien teil. 1895-98 bereiste er Deutsch-Westafrika – Kamerun, Togo, 1901-02 Deutsch Neu Guinea und beschreibt 1450 Arten, davon 1102 neu.

1902-03 untersucht er Neukaledonien und bearbeitet danach in Berlin seine Aufsammlungen und neues Material, das er zugeschickt bekommt.

Er ist einer der wenigen Botaniker, die ausgiebig und akribisch an den Standorten sammelten und untersuchten, im Gegensatz zu den meisten seiner Kollegen des 19. Jhdts, die man eher als Schreibtischtäter bezeichnen muß.

Die Qualität seiner Arbeiten war so hoch, daß bis heute seine Untersuchungen über Neuguinea trotz deren Alter (und der Sprache) noch immer international anerkannte Standardwerke für Bestimmungen geblieben sind.

Sein Versuch, das gesamte Wissen über Orchideen in einem Werk zusammenzufassen, ist wohl allen ernsthaften Orchdieenfreunden bekannt – immerhin scheint die dritte Auflage seines monmentalen Werkes "Die Orchideen" nun doch in die Zielgerade einzubiegen.

Sein umfangreiches Herbar wurde leider 1943 bei einem Bombenangriff auf Berlin ein Raub der Flammen.


Exkurs - Samenvermehrung von Orchideen

Seit tropische Orchideen für die Gärtnereien ein wunderbares Geschäft geworden waren, versuchten sie die schönsten Pflanzen nicht nur durch Teilung, sondern auch über Samen zu vermehren.

Nach der erfolgreichen Demonstration der Hybridisierung durch Dominy (1856) wurde die Samenvermehrung erst recht zum Thema Nummer eins in den Spezialgärtnereien, ohne daß jemand Gründe für die fast unüberwindlich scheinenden Probleme angeben konnte.

Die Aussat der Samen wurde auf den verschiedensten Unterlagen versucht – nachzulesen in Hefkas Buch über Cattleyen und Laelien (1914) – etwa auf bemoostem Holz, auf Kork, auf feuchten Tontöpfen, auf Sägespänen, auf Holzstücken, die in Wasser schwimmen u.v.a.m.

Die besten Resultats wurden zumeist bei der Aussaat auf das Substrat der Mutterpflanze erzielt, ohne daß jemand die Gründe verstehen konnte.

Wenn überhaupt Jungpflanzen heranwuchsen, war deren Wachstum im Topf der Mutterpflanze quälend langsam, einige der von Dominy gesäten Samen von Cattleya-Hybriden (Cattleya mossiae x Laelia purpurata - 1850) benötigten 17 Jahre bis zur Blüte. Daß er sein Glück auch mit Calanthe versucht hatte, war ein Geniestreich – offenbar war diese terrestrisch wachsende Art leichter heranzuziehen.

1899 berichtet Noel Bernard über symbiotische Beziehungen zwischen Pilzen und anderen Pflanzen, vor allem Orchideen und demonstriert erfolgreich die Keimung auf Mycorrhizasubstraten, die in sterile Gefäße eingebracht waren.

Diese Ergebnisse werden weithin angezweifelt und als zu abstrus abgetan.

1914 führt der k&k Obergärtner Hefka / Schönbrunn in seinem Buch über Cattleyen und Laelien zwar diese Versuche an, äußert jedoch ernsthafte Zweifel.

Er experimentiert weiterhin mit einer Vielzahl von Substraten wie Moos und Sägespänen ... Hefkas Bemerkungen zur Samenvermehrung kφnnen Sie hier lesen.

1917 tritt ein Mr. Knudson auf, der als Landwirtschaftsexperte nach einem Keimverfahren sucht, mit dem er Albinomais aufziehen kann.

1921 schreibt Knudson in Spanien einen Bericht über die Keimung von Cattleya-Samen auf einem sterilen Nährboden mit Zuckerzugaben.

1922-24 folgen weitere Arbeiten an der Methode, die mittlerweile zunehmend Anhänger gefunden hat und heute so etabliert ist, daß sie praktisch von jedermann durchgeführt werden kann – wenn man einmal die Tricks begriffen hat. Damit ist ein ernsthafter Durchbruch bei der Vermehrung von Orchideen erreicht.

1960 folgt der letzte Schritt bei der Vermehrung von Orchideen – die Meristemvermehrung.

Erfunden wurde die Methode vom Franzosen Georges Morel, der sie ursprünglich für die Vermehrung wertvoller Gemüsehybride entwickelte.

Da er ein Orchideenfreund war, fragte er sich sicher, ob das nicht auch bei Orchideen funktionieren würde und hatte letztlich Erfolg.

Die Orchideenfreunde (und Produzenten) in aller Welt ehren sein Andenken indirekt durch die Abermillionen wunderbarer und preiswerter Zierpflanzen, die gehalten (und hoffentlich auch gepflegt) werden.


Postscriptum - Einige Anmerkungen zur Biologie der Orchideen

Aus Sicht heutigen Wissens um Evolutionsprozesse sind die Orchidaceae eine sehr junge Pflanzenfamilie, deren Entwicklung noch voll im Gang ist (soferne sie die Zerstörung ihrer Lebensräume überstehen).

Die wichtigsten Argumente für diese Ansicht sind –

  • es gibt nur sehr wenige und umstrittene Fossilbelege, ganz im Gegenstaz zu vielen anderen Pflanzenfamilien
  • die Möglichkeit, Orchideen ohne wesentliche Probleme auch über die Gattungsgrenzen hinweg mit fertilen Nachkommen zu kreuzen, was in der Natur eher selten ist – man denke nur an Maultier und Muli, die steril sind - gibt weitere Hinweise auf die noch immer hohe genetische Flexibilität
  • kaum eine Pflanzenfamilie weist so viele Naturhybriden auf wie die Orchidaceae – ein weiterer Hinweis für die genetische Flexibilität

Orchideen sind in so gut wie allen Klimazonen der Erfe zu finden – Ausnahmen sind nur die echten Wüsten und die Landzonen jenseits der Polarkreise. Sie haben sich an

  • lange und harsche Trockenzeiten
  • riesige Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht
  • durchgehend feuchtheißes Klima
  • Hochgebirgsklima mit Morgenfrösten
  • Kontinentalklima mit schneereichen Wintern
  • und anderes mehr

angepaßt. Sogar die von einigen Sukkulenten bekannten als CAM (Crassulacean Acis Metabolismus) haben einige Orchideengattungen selbständig entwickelt. Dabei wird (vereinfacht dargestellt) aus Gründen der Wasserersparnis das nächtlich gesammelte CO2 in Apfelsäure umgewandelt, die dann tagsüber mit Hilfe des Sonnenlichtes gespalten und Zucker erzeugt. Dadurch können die Pflanzen während des trockenen Tages ihre Spaltöffnungen geschlossen halten und trotzdem überleben.


Über Bestäubungsmechanismen bei Orchideen

Ein wesentlicher Teil der Evolutionsmaschine, die scheinbar unmerklich aber gründlich jedes Lebewesen auf diesem Planeten prüft, ist die Beziehung zwischen Blütenpflanze und Bestäuber.

Der größte Teil der Orchideen bietet den Bestäubern wenig bis nichts, sondern entwickelte Täuschmechanismen, die die Bestäubung - meist durch Insekten - bewirken, zB -

  • Begattungsmimykry bei Ophrys, Thelymitra, ...
  • Rivalenmimykry bei Ophrys, Oncidien, Hispaniella henekenii,...
  • optische Reize und Fallenmechanismen bei Paphiopedilum, Cypripedium

In einigen Fällen wird den potentiellen Bestäubern allerdings doch ein materieller Anreiz geboten, der die Bindung zwischen Bestäuber und Pflanze bis zur gegenseitigen Abhängigkeit verstärken kann -

  • Aromastoffe bei Coryanthes, Stanhopea, die von den Euglossinae-Bienen gesammelt und als eigene Lockstoffe verwendet werden
  • Nektar bei sporntragenden Orchideen wie Angraecum sesquipedale (Nachtfalter)
  • Nektar bei Sophronitis (kolibribestäubt, dehalb rot)

In vielen Fällen kann sogar eine präzise Zuordnung genau einer Art Orchidee zu einer Art Insekt (zB bei Coryanthes oder Angraecum) nachgewiesen werden. Dieser Co-Evolution genannte Effekt ist für beide Teile sehr praktisch, so lange das Umfeld paßt. Fällt jedoch einer der beiden Partner Veränderungen des Umfeldes zu Ofper, ist oft der andere zum Aussterben verurteilt (dazu siehe W. Vöth – Symbiose von Bienen, Glockenblumen und Orchideen – OK 5/98)


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Bildnachweis Orchideengeschichte

Die jeweiligen Bilder stehen vermutlich unter Copyright und dürfen trotz der unsicheren Rechtslage im Internet keinesfalls zu anderen als privaten oder gemeinnützigen Zwecken verwendet werden!

Codex Neapolitanus

Ophrys apifera , Bibliotheca Nationale Napoli, OrchBull 5/74

Male and Female he created them"

"Orchis anthropophorum", Valentini: Musei Museorum, OrchBull 5/74

Tlilxochitl

Vanilla mexicana, Codex Berberini, Fol 56, Bibliotheca Apostolica Vaticana, 1552, in Nahuatl von Martinus de la Cruz, OrchBull 5/74

Various flowers

Bateman, The Orchidaceae of Mexico and Guatemala, 1843, Drawing and Composition by Lady Grey of Groby, OrchBull 5/74

John Lindley

OrchReview 4/90

Palm House Glasnevin

Frederick Moore, OrchReview 6/81

Vanilla Tlilxochitl

F. Hernández, 1661, Orquidea 3/81

Tacuhtli

Zubereitung der Pseudobulben von Tzacuhtli (Bletia ?) für Klebstoff für Federornamente, Codice Fiorentino, Orquidea 3/81

Stanhopea hernandezii

Coatzontecoxochitl, F. Hernández, 1661, Orquidea 3/81

Pomerantzenhaus

Hessen – Neue Gartenkultur, geblasene Glasscheiben, 1706, Orchidee 1/72

Queek-Konst

Amsterdam 1719, fester Bau mit Kanalheizung, große Scheiben, Orchidee 1/72

Institutionis Rhei herbariae

Fournefort, Paris 1716, Epipactis & Cypripedium, Orchidee 1/72

Cypripedium calceolus

Mathias Lobel, Beschreibung der Pflanzen, 1581, Orchidee 1/72

Orchis purpurea

Dodonaeus, Cruydt-Boeck 1618, O. purpurea, O. morio, Orchidee 1/72

Lonitzer

Kräuterbuch des Lonitzer 1587, O. purpurea, O. mascula, Gymnadenia conopea, Orchidee 1/72

Schlechter, Knudson, Cattleya labiata, Linnι, Bauer, Welwitsch, Darwin, Dominy

History of the Orchid, Reinikka, Timber Press

Roezl, Odontoglossumsammler, Wardian Cases, Paxtons Gewächshaus

Die Orchideen, 3. Auflage, Paul Parey